Aktuell

25 Jahre Unternehmer-Beratung Ulrich Bretschneider –

Leidenschaft für die Herausforderungen von Familienunternehmen in Transformation

Die Zwei 01Liebe Geschäftsfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,25jahre

im Juli dieses Jahres 2021 begleite ich Familienunternehmen und deren Unternehmerfamilien nunmehr 25 Jahre mit großer Freude und Leidenschaft freiberuflich in anspruchsvollen Veränderungssituationen.

Als lösungsorientierter Mensch richte ich meinen Blick bevorzugt in die Zukunft, denn nur die ist gestaltbar. Zu meinem besonderen Jubiläum sei mir ein Rückblick auf wichtige Meilensteine gestattet, die mein Verständnis des Zeitgeschehens und meine aktuellen Fähigkeiten geprägt haben. Wesentliche Erkenntnisse, die ich im Laufe der Zeit gewonnen habe, möchte ich gerne mit Ihnen teilen.

Der Weg zu meinem heutigen systemisch-integrativen Beratungsverständnis war weit und verlief alles andere als geradlinig. Ein reicher Fundus, wie mir meine Geschäftspartner immer wieder bestätigen. Und eine wertvolle Quelle an Erfahrungen für die aktuellen Herausforderungen der digitalen, emotionalen und geistigen Transformation von Unternehmen.

Nach meiner Ausbildung im Baugewerbe und Studium der Betriebswirtschaft konnte ich noch nicht ahnen, dass mich mein Weg in die Selbständigkeit führen sollte. Stressige Lernjahre zum Generalisten in namhaften deutschen Industriebetrieben - zuletzt mit Prokura -, deuteten eher auf eine klassische Führungslaufbahn. Von der Robert Bosch GmbH abgesehen, befanden sich meine Arbeitgeber in Restrukturierungs-Situationen. In einen Fall gestaltete ich zusammen mit Schweizer Unternehmensberatern für die Werke eines Familienkonzerns in Deutschland den Umbau und Aufbau neuer Kernkompetenzen. Für ein anders Unternehmen war das zu leider zu spät. Die Lösung für eine gute Zukunft war hier die Insolvenz und ein neuer Investor.

„Die Bedeutung der Insolvenz als Lernfeld wurde mir erst nach und nach klar“.

Das war zugleich der Startschuss in meine Selbständigkeit in 1996. Formell war das kein Problem: Die Anmeldung beim Finanzamt genügte.

„Unternehmer werden ist nicht schwer, Unternehmer sein dagegen sehr“ (frei nach Wilhelm Busch).

Von jetzt an war ich auf eigene Füße gestellt und musste mein Denken und Handeln, verbunden mit ständigem Arbeitseinsatz und Risiko selbst verantworten – zuerst vor meiner eigenen Familie.

„Eine verständnisvolle, eigenständig denkende und handelnde Ehefrau ist für Freiberufler und Unternehmer Gold wert“.

Es ging aufwärts. Der Investor, den ich seit seinem erfolgreichen Start aus der Insolvenz unterstützt hatte, kaufte im Laufe der Jahre weitere Unternehmen aus Insolvenzen. Mein profundes Wissen und Können im Insolvenzumfeld ist heute wieder gefragt! Die nächsten Jahre hatte ich Gelegenheit, verschiedene Familienunternehmen bei der spannenden Aufbau- und Wachstumsarbeit zu unterstützen. Häufiges Kernproblem in jenen Jahren war Kapitalmangel, verbunden mit mangelnder betriebswirtschaftlicher Transparenz. Banken und andere Kapitalgeber waren wichtige Ansprechpartner. Sie forderten Professionalität in Wort und Zahl und vor allem Aufrichtigkeit.

„Vertrauen ist die Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit“.

In den Jahren bis nach dem Jahrtausendwechsel waren die Folgen der politische Wende zu verkraften. Kapital war weiterhin knapp und teuer. Thema Nr. 1 dieser Zeit: Rating in Verbindung mit Basel II. Kalkulation, operative Unternehmensplanung und Liquiditätsrechnungen waren der Renner in diesen Jahren. Schon damals war mir die professionelle Finanzkommunikation wichtig.

„Finde heraus, wie welche Kapitalgeber/Geschäftspartner mit welchen Kennzahlen, welcher Kernbotschaft und mit welcher Präsentations-Methode überzeugt werden wollen“.

Weltweites unseriöses Finanzgebaren hat ab 2007 zum Zusammenbruch wichtiger Banken geführt und eine Finanzkrise mit anschließender Wirtschaftskrise ausgelöst. Ein Interim-Projekt als CFO in einem Industriebetrieb sowie die dauerhafte Begleitung einer Unternehmerfamilie der Pharmabranche bei ihrer oranisatorischen und finanziellen Neuausrichtung halfen mir diese kritische Zeit gut zu bewältigen. Ich lernte:

„Konzentriere dich auf deine individuellen Ressourcen und Chancen der für dich relevanten Märkte. Fremde Erfolgsmodelle und wohlfeile Weisheiten von Wirtschafts-Promis helfen wirklich nicht weiter“.

Die folgenden Jahre in Deutschland bis etwa 2019 waren von stetigem Wachstum geprägt. Leider mit neuen Schulden verbunden. Der Engpass Kapital trat zurück. Doch etwas anderes wurde schmerzhaft bewusst: Es fehlt in Unternehmen zunehmend Personal, das willens und fähig ist, Fach- oder Führungsaufgaben qualifiziert und verantwortungsvoll durchzuführen. Die Menschen mit ihren individuellen Eigenschaften und die Art und Weise ihres Zusammenwirkens in einem Unternehmen gerieten verstärkt in den Blick.

„Es sind die Menschen, die Geschäfte machen – oder auch nicht“

Die Begleitung von Unternehmen forderte mich zunehmend in anspruchsvollen Dialogen mit Stakeholdern. Deren unterschiedliche Interessenslagen und Motive liefen den eingeleiteten Maßnahmen und ihren Zielen vielfach entgegen. Im Beziehungssystem von Organisationen wirkten offenbar Kräfte, die Unternehmen wie von Geisterhand in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder gar in den Untergang führten – rational nicht lösbar. Meine Ahnung von der erfolgsentscheidenden Bedeutung der „Soft-facts“ gewann Kontur.

„In menschlich schwierigen Konstellationen mit gegenläufigen Interessen, bedarf es eines mehrperspektivischen, interdisziplinären Ansatzes. Kenntnisse und Fähigkeiten aus Wirtschaftswissenschaften und Gesellschaftsrecht alleine reichen nicht aus“.

Was fehlte mir? Intensive Suchprozesse führten mich vor etwa 10 Jahren zum systemischen Organisationsverständnis. Eine mehrjährige systemische Ausbildung „on the job“ öffnete mir neue ganz neue Perspektiven im Blick auf familiäre und unternehmerische Konstellationen und der Entscheidungslogik in den verschiedenen Welten von Unternehmen und Unternehmerfamilien. Ich lernte den Umgang mit Komplexität, mit Paradoxien, mit zirkulären, sich gegenseitig beeinflussenden Beziehungen. Ein Mammutprojekt, das persönliche Entwicklungsschritte forderte. Eine wesentliche Voraussetzung, um in schwierigen persönlichen und geschäftlichen Konstellationen handlungsfähig und frei zu bleiben.

"Versuche Verhaltensmuster von Menschen und Organisationen zu ergründen sowie gegen dich gerichtete Strategien zu erkennen".

Am Anfang steht genaues Hinhören, Hinsehen und v.a. auch Hineinspüren in die Konstellation eines Auftrags. Wer gehört dazu? Wer übt welchen Einfluss aus? Wer ist der (heimliche) Entscheider? Welche Ansätze führen zu einer guten Lösung? Neue Wahrnehmungs- und Gestaltungsmethoden sind dazu not-wendend, z.B. auch die Methode der System- oder Organisationsaufstellung, die ich auch für das Management kennen- und schätzen gelernt habe.

"Verstehen geht dem Gestalten voraus".

Dies führt dazu, sich zurückzunehmen und die inneren Motive des Gegenübers mit seinen (An-) Treibern und Bremsern zu respektieren, selbst wenn sie ihm letztlich schaden sollten. Gerade auch dann, wenn ein Außenstehender die schnelle Lösung zu kennen glaubt. Auch das ist Freiheit.

„Ratschläge sind oft auch Schläge. Gehe sparsam damit um“.

Viele Jahre hat es gebraucht, diese neuen Erkenntnisse mit meinen vorhandenen Fähigkeiten in Betriebswirtschaft und Unternehmensführung zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzuführen. Eine theologische und geisteswissenschaftliche Zusatzausbildung Bei Prof. Dr. Dr. Paul Imhof über 3 Jahre ab 2016, hat mir geholfen, die verschieden persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bis hin zum geistigen Unterbau einer Organisation, noch besser zu verstehen und mich als Berater oder Begleiter dort angemessen einzubringen. Ein einmaliges Kompetenzspektrum wurde nun rund.

Heute biete ich meinen Kunden eine integrierte Unternehmensberatung mit einem breiten Spektrum an Wissen und praktischer Erfahrung aus Unternehmensführung BWL, und Systemische Kompetenz mit geistiger Orientierung.

Wichtig ist mir Uwe Scharunge geworden, den ich ab 2017 als Geschäftspartner kennen- und schätzen gelernt habe. Praktisch als „Meisterstück“ wurde uns beiden die Leitung eines Unternehmens mit 240 Mitarbeitern in der Insolvenz anvertraut – mit gutem Ausgang: Wir haben dort unter extrem schwierigen Bedingungen die internationale Lieferkette wieder in Gang gesetzt und trotz Liquiditätsproblemen, starker Fluktuation und menschlichem Ausnahmeverhalten Produktion und Auslieferung an die Kunden aufrechterhalten können. 95% der Mitarbeiter konnten in zwei neuen Gesellschaften und in anderen Unternehmen eine gute Zukunft finden. Meine Überzeugung:

„Gefragt ist 1. Führung, 2. Führung und 3. Führung - mit Wertschätzung gegenüber denen, die uns begegnen“.

Neue Megatrends wirken immer stärker auf jedes Unternehmen ein. Unübersehbar, sobald die gesellschaftliche Fixierung auf Corona endet: Digitaler Wandel, Dekarbonisierung, New Work, „Good Governance“ mit entsprechenden Gesetzen für vor allem größere Unternehmen. Diese strahlen bereits heute in den Mittelstand hinein und wollen wahrgenommen, verstanden und integriert werden (z.B. Frühwarnsystem nach StaRUG, ESG - an Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsführung, Lieferkettengesetz). Damit einher gehen intensive persönliche und institutionelle Klärungsprozesse. Die Zukunft von Unternehmen zu gestalten wird damit noch anspruchsvoller. Gefragt sind heute mehr als lineare, eindimensionale Antworten. Mein Ansatz ist integriert und mehrdimensional: Es gilt die wechselseitigen Einflüsse von außen und innen auf die eigene Organisation zu erkennen und zu nutzen. Geschäftsmodelle und Rechenwerke nur linear fortzuschreiben, führt in die Sackgasse. Gleichzeitig verweise ich auf die erbarmungslose Rechtsprechung im Insolvenzumfeld mit Haftungsfolgen für die Verantwortlichen, mit der im Krisenfall professionell umzugehen ist. Alles in allem, hohe Ansprüche an die Leitung eines Unternehmens.
Doch einer alleine kann nicht alles, Erfolg ist Teamarbeit:

„Gute Lösungen entstehen im Team mit interdisziplinären Berater-Kollegen und gemeinsam mit den Verantwortlichen im Unternehmen“.

Der intensive Austausch mit Berater-Kollegen sowie mit Führungskräften und Mitarbeitern ist wichtig. Dabei erfolgskritisch: Einzelleistungen sind qualifiziert zusammen zuführen. Der Generalist kommt neu zu Ehren. Weil wichtige Entscheidungen und herausfordernde Situationen den ganzen Menschen berühren, ist oft auch der persönliche Zuspruch zu leisten. Aus einer Krise heraus oder auch um eine solche abzuwehren, sind immer häufiger ganz neue Lösungen gefragt. Sie können i.d.R. ohne externe Unterstützung nicht erkannt und auch nicht umsetzt werden. Eines sollte nicht vergessen werden: Neben den Transformations-Aktivitäten muss das Tagesgeschäft gut bewältigt werden.

Allen Veränderungen zum Trotz. Ich lebe von der Hoffnung, dass es mit uns allen gut weiter geht. Udo Lindenberg bringt es singend auf den Punkt:

„Hinterm Horizont geht´s weiter“.

Für Sie ist mir noch eines wichtig: Meine christliche Orientierung – ehrenamtlich stehe ich seit vielen Jahren als Kirchenvorstand und Prädikant vor unserer evangelischen Kirchengemeinde – ist die Basis meiner verantwortungsvollen Tätigkeit. Sie wird auch wahrgenommen. Für manche meiner Kunden - natürlich auch für mich selbst -, ist die Klarheit, die Freiheit und auch die Gnade, die hieraus erwächst, eine Ermutigung, ihren verantwortungsvollen Weg fortzusetzen.

In den letzten 25 Jahren war es mir eine Freude, so viele redliche Menschen unterstützen zu können, die sich ernsthaft bemühen, ihr Unternehmen, ihre Familie und ihre Mitarbeiter in eine gute Zukunft zu führen.
Diesen Unternehmern und ihren Familien mit ihren Herausforderungen gilt meine besondere Wertschätzung und Aufmerksamkeit – auch in Zukunft.

Ich freue mich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.
Sollten wir uns noch nicht kennen: Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

Ihr

Ulrich Bretschneider
Dipl. Betriebswirt (FH) und Systemischer Berater (SG)

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